Wir sortieren unsere Schubladen

Wo kategorisieren wir uns selbst und die Menschen um uns herum ein?

 

Wir haben Schubladen, wie anerkannte Krankheiten, Aussagen und Bewertungen über uns und auch die anderen Menschen, durch die wir uns und die anderen einsortieren. Einmal in so einer Schublade oder Kategorie verschwunden, schaffen es die wenigsten, wieder zu entkommen.

 

Wir als Mensch haben uns das so angeeignet, zu bewerten, zu beurteilen und alles und jeden einzusortieren, dass uns bereits der Blick für eine neue Sicht, ganz und gar entgeht. Die Maschinerie in unserem Kopf kennt schon nichts mehr anderes, und ein Lösen oder eine Veränderung ist in unserem Verstand schon gar nicht mehr möglich. Denn auf diesem Platz, auf dem wir uns eingerichtet haben, ist es doch einfach und wunderbar. Wir haben uns Erklärungen zurechtgelegt, und wenn noch nicht, passiert das ganz schnell. Sollte uns doch einmal keine Erklärung dazu einfallen, wird es oft durch saloppe Gestiken oder Wörter, wie Ich muss nicht alles verstehen abgetan und wir gehen einfach darüber hinweg.

 

Dieses Schubladendenken, ist für uns zu einer Art Entschuldigung oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe geworden. Dieses Einsortieren, hält uns auf unserem Platz, wir haben somit keine Möglichkeit der Entwicklung, egal in welche Richtung, unsere Schublade, Kategorie, in der wir uns befinden zu verlassen. Es ist für viele eine sogenannte Komfortzone, in der wir uns scheinbar wohl und geborgen fühlen. Nur merken wir schon gar nicht mehr, dass wir uns selbst eingefangen und positioniert haben, uns selbst jeder Chance einer Entwicklung oder Veränderung berauben.

 

Nun zu der Kategorisierung, die wir unseren Mitmenschen auferlegen, wir sortieren sie in einzelne Schubladen und drücken Ihnen dadurch seinen Stempel auf. An sich, wäre dieser Vorgang nicht sehr schlimm, wenn da nicht unser Verstand wäre, der dir keine Möglichkeit offen lässt, sie daraus wieder zu entlassen. Am besten lässt sich das, an einem Beispiel erklären. Hier möchte ich gerne ein Thema aufgreifen, dass mich direkt durch eine Facebook Gruppe erreicht hat und diese Erkenntnis der Kategorisierung wieder in mir hervorgebracht hat.

 

Das Thema „Narzissmus“

 

Wenn sich ein Mensch selbst in diese Gruppe einkategorisiert, beginnt sich eine Art Erleichterung bei und in ihm auszubreiten, denn erstens weis er jetzt, warum er so ist, wie er ist und zweitens hat er eine Möglichkeit gefunden, sich im Außen zu rechtfertigen und für alles zu entschuldigen. Zum einen, wenn es als Krankheit anerkannt ist, ist die Entschuldigung, das ist halt meine Krankheit und ich kann ja nichts dafür, ein wichtiges Werkzeug. Aber auch, wenn es keine anerkannte Krankheit ist und nur ein festgestellter Name „Narzissmus“ dafür feststeht, dann ist die Entschuldigung, ich bin halt ein Narzisst und kann nicht anders.

 

Ja, und wenn wir den Verstand und dem Wissen folgen, was alles in diese Schublade „Narzissmus“ hinein gesteckt wird, können wir alle sagen, wir verstehen zwar vieles nicht, aber Ja, sie sind Narzissten und es gibt keinen Ausweg aus dieser Kategorie „Narzissmus“.

 

Zum Anderen haben wir noch die Menschen, die wir als Narzissten einstufen, ihnen diese Kappe darüber stülpen und sie aufgrund unseres Wissens und der Erfahrung, die dann auch noch zusammen passen, in diese Kategorie „Narzissmus“ hinein schieben. Mit dieser Kappe „Narzissmus“ ist es für sie unmöglich sich aus dieser Schublade zu befreien.

 

Denn wenn wir einmal ehrlich sind, erwarten wir schon gar keine anderen Reaktionen, wie die eines Narzissten, denn unser Verstand und unsere Erfahrungen bestätigen es uns immer und immer wieder, wir liegen mit unserer Einschätzung richtig, so ist es für uns Realität und es gibt für niemand ein entrinnen.

 

Aber welche Möglichkeiten bleiben uns den, zum Einen wenn wir uns selbst als Narzisst einstufen und zum Anderen, wenn wir die anderen als Narzissten einstufen. Von der Realität und dem Standpunkt des Verstandes, schaut es so aus, als hätten beide niemals eine Möglichkeit auf Veränderung oder Heilung Ihrer ausweglosen Situation.

 

Jedoch gibt es in unserem Leben nicht nur den Verstand und das Wissen, dass wir uns über Jahre aufgebaut haben, durch Eltern, Internet, Fernsehen, Radio, wissenschaftliche Berichte in Zeitungen usw., Nein es gibt noch eine andere Seite unseres Wesens „Mensch“, nämlich die Seite, der Gefühle, des Herzens, der Seele, die wieder hervortreten können, wenn wir ihnen die Möglichkeit und einen Platz bei uns einräumen. Leider ist uns dieser Weg versperrt, solange wir unseren Verstand anbeten, unser Wissen als das Heiligtum verehren, wird uns die Möglichkeit für die Leichtigkeit über die reine Liebe, die in uns ihren festen Platz hat, verwehrt.

 

Wir dürfen in ein Bewusstsein eintreten, in dem Platz für alle unsere Wesensanteile vorhanden ist, die im ständigen Austausch sein und wirken dürfen. Erst ab diesem Zeitpunkt, wenn der Verstand erkennt, wie viel einfacher sein Leben wird, wenn Anteile wie die reine Liebe aus dem Herzen, das Fühlen der Gefühle, das innere Kind, die innere Frau und alle weiteren Wesensanteile, des einzigartigen Individuum „Mensch“, seine volle Wirkung ausbreiten können. Erst dann wenn der Verstand zum ersten Mal fühlt, spürt und erfährt, um wie viel leichter es geht, erst dann wird er bereit sein seine Position mit den Wesensanteilen zu teilen und ihnen die Möglichkeit einräumen, Ihre Wirkung auszubreiten.

 

Wie ihr seht, bin ich so begeistert von der Wirkung und der Auswirkung auf mein Leben durch die Wesensanteile, dass ich immer einen kurzen Schlenker in diesen Bereich, auch in meinen Texten wage.

 

Aber zurück zum Thema „Narzissmus“. Kategorisierung des eigenen Wesens oder der Mitmenschen. Ab dem Zeitpunkt, in dem wir erkennen, dass wir uns nur selbst in diese Sackgasse manövriert haben, ab diesem Zeitpunkt, werden wir uns und unsere Mitmenschen einen Ausbau dieser Sackgasse gestatten. Wir bekommen von uns, für uns und die anderen die Freiheit, die es uns und den Menschen die um uns Leben, ermöglicht, sich selbst neu aufzustellen, sich zu befreien und das Wesen „Mensch“, das er ist, so zu leben, wie es schon immer sein sollte und wie es sich jeder einzelne von uns erwünscht.

 

In meiner langjährigen Arbeit mit den Gefühlen, dem Herzen, der reinen Liebe, ist mir eines immer wieder bewusst geworden, durch unser Einordnen, Beurteilen, Verurteilen schieben wir es immer weg von uns und können gar nicht mehr erkennen, was für eine Entwicklung für uns selbst möglich wäre, wenn wir erkennen, wahrnehmen und fühlen könnten, wenn der Anteil aus dieser Einordnung, Be- und Verurteilung von uns für uns ausgeheilt werden könnte. Und genau darum geht es in meiner Gefühlsarbeit mit dem Herzen und der reinen Liebe, dass wir das was auf uns zukommt, zum Beispiel „Narzissmus“, als eine Entwicklungschance, als eine Möglichkeit ansehen und erkennen, sich selbst mit den verschiedensten Wesensanteilen zu betrachten, das Schutzgefühl und unseren Wesenskern erkennen und diese gemeinsame Lösung ins Leben zu integrieren.

 

Das könnte heißen, du entlässt dich und die anderen aus der starren Vorgabe des „Narzissmus“ und entlässt dich und die anderen in eine Freiheit, die sich immer wieder, bei jeder Begebenheit aufs Neue frei entfalten kann.

 

Klar, jetzt geht es wie ein Aufschrei durch die Leserschaft, nein so einfach kann es nicht sein und so einfach kann er oder ich nicht davonkommen.

 

Die Menschheit, wir alle, sind schon so tief in das strafen, den schuldigen suchen, eingestiegen, dass wir diesen Kampf um unsere scheinbare Gerechtigkeit nicht mehr aufgeben und verlassen wollen, können, möchten. Trotz dass wir merken, dass es uns dabei nicht gut geht. Wir können es einfach nicht lassen, wie ein kleines Kind, das bockig einen Lutscher haben möchte, aber nicht den roten sondern den grünen.

 

Eines darf uns klar werden und unser Leben verlangt eine klare Entscheidung, gehst du deinen Weg weiter so, mit all deinen Schubladen, Positionierungen, Kategorien, dann fühle dich, in dieser, deiner selbst von dir gewählten Rolle wohl und sei zufrieden, oder sei bereit dich anzusehen, die Situationen, offen und ehrlich zu betrachten, um dir und den anderen die maximale Freiheit zu gewähren, für eine Veränderung, die dir Wege aufzeigt, die dir bis dato verborgen geblieben sind.

 

Beide Wege, sind Wege die begebar sind, das Wichtigste aber ist, sich wohlzufühlen und in jedem Moment und in jeder Situation, Begebenheit die auf dich Tag für Tag zukommen, sich wohlzufühlen, ein Zaubergefühl, dass dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ohne das du mit deinen Muskeln willentlich eine Anspannung hervorrufst.

 

Für deinen Weg der Entwicklung, aus deinem Dilemma deiner Schubladenexistenz, empfehle ich dir das Seminar Sinn/Gefühle verstehen und verarbeiten.

 

Alles Liebe

Sabine Glaser

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